Asymmetrie

Asymmetrie ist umgangssprachlich das Gegenteil von Symmetrie. Von Asymmetrie wird nur dann gesprochen, wenn es in dem jeweiligen Bereich auch symmetrische Formen gibt.

In der Medizin wird von Asymmetrie gesprochen, wenn sich paarig angelegte Teile des Körpers wie Augen, Ohren oder Gliedmaßen nach Form, Größe oder Lage deutlich voneinander unterscheiden beziehungsweise wenn Körperseiten verglichen nach den an der Medianebene gespiegelten Hälften erheblich verschieden sind.
Zwar zählt der Mensch zu den Bilateria oder Zweiseitentieren, doch ist sein Körper nicht seitengleich aufgebaut. Ersichtlich zeigen dies unpaare innere Organe wie das Herz, die nicht in der Mitte, sondern auf einer Seite liegen (Lateralisation). Die typische Links-Rechts-Asymmetrie ihrer Lage wird in der Embryogenese festgelegt und vermittelt durch Signalproteine (z. B. Nodal). Dabei führt die ontogenetische Entwicklung sehr selten zu abweichenden Lagen von Organen oder Transpositionen von Gefäßen (Heterotaxie), unter Umständen mit spiegelverkehrtem Lagebild (Situs inversus); äußerst selten ist ein Entwicklungsverlauf ohne Symmetriebruch (Isomerismus).
Die paarigen Gebilde werden bilateral symmetrisch angelegt. Jedoch werden die meisten, genauer betrachtet, im Weiteren nicht streng symmetrisch ausgebildet, sondern zeigen in der Regel Seitenunterschiede. So sind nicht nur die beiden Ohrmuscheln etwas unterschiedlicher Gestalt und ihre Abstände vom Kopf durchschnittlich um 2 mm verschieden. Auch das Gesicht zeigt charakteristischerweise eine von der rechten verschiedene linke Hälfte. Ebenfalls sind zumeist weder die Arme noch die Beine jeweils genau gleich lang. Ebenso sind sie nicht gleich stark, wie denn bei bestimmten Bewegungsmustern eine Seite bevorzugt wird. Ähnlich verhält es sich mit Anteilen des Gehirns, die anatomisch seitenverschieden sein können und in manchen Regionen auch nach funktionaler Präferenz lateralisiert sind.
Von einer Symmetrie im Körperbau kann daher nur mit gewissen Beschränkungen die Rede sein und in Bezug auf ein abstraktes Modell wie einen Bauplan. Für den gesamten Körper ist sie nicht einmal in Ausnahmefällen gegeben.
In der Mathematik wird eine Relation, die nicht die Bedingung für Symmetrie erfüllt, nicht symmetrische Relation genannt, und eine solche, wenn sie darüber hinaus die Bedingungen für Asymmetrie erfüllt, als asymmetrische Relation bezeichnet.
Davon abzugrenzen ist der Begriff der Antisymmetrie; auch eine antisymmetrische Relation kann nicht symmetrisch sein.
In der Mechanik bringt Asymmetrie oft Nachteile mit sich, zum Beispiel bei ungleicher Belastung durch äußere Kräfte. Im Bauwesen trachtet man ebenfalls oft, unsymmetrische Bauweisen zu vermeiden. Beispielsweise sind die Wirkungen von Erdbeben, aber auch von Windkräften an symmetrischen Hochhäusern etwas geringer, und besonders wichtig ist diese Eigenschaft beim Bau von Fundamenten.
Für manche Anwendungen wird aber Asymmetrie absichtlich hergestellt, wie beim mechanischen Exzenter, bei gewissen Anwendungen des Hebelgesetzes oder beim Abblendlicht von PKW-Scheinwerfern.
Im Jargon der Nachrichtentechnik wird die unsymmetrische Signalübertragung oft kurz nur als „asymmetrisch“ oder „unsymmetrisch“ bezeichnet. Beispielsweise ist mit asymmetrischem Kabel ein Kabel für unsymmetrische Signalübertragung gemeint. Der Begriff „asymmetrisch“ ist in diesem Zusammenhang irreführend, da bereits eine geringe Abweichung zur perfekten Symmetrie (Geometrie) als „Asymmetrie“ bezeichnet wird. In der Nachrichtentechnik ist jedoch eine unsymmetrische Signalübertragung gemeint, bei der eine Wechselspannung übertragen wird, die auf ein Massepotential bezogen ist. Auch eine in der Symmetrie gestörte symmetrische Signalübertragung kann als asymmetrisch bezeichnet werden, wobei ein wesentlicher Unterschied zur unsymmetrischen Signalübertragung besteht.
In der Kryptographie werden Verschlüsselungssysteme, bei denen beide Seiten, Sender und Empfänger, den gleichen Schlüssel benötigen, als symmetrisch bezeichnet. Im Gegensatz dazu stehen Verschlüsselungssysteme, bei denen die beiden Seiten jeweils unterschiedliche Schlüssel verwenden, die asymmetrischen Kryptosysteme.
In der Chemie spricht man bei chiralen (optisch aktiven) Molekülen von asymmetrischen Zentren (besser: stereogenen Zentren), vor allem bei Kohlenstoff-Verbindungen. In sogenannten Chiralitätszentren besitzt beispielsweise ein Kohlenstoffatom vier unterschiedliche Substituenten. Man kann mit Hilfe der Fischer-Regeln oder dem CIP-System derartigen organischen Molekülen eindeutige Namen zuweisen, die die räumliche (dreidimensionale) Struktur eindeutig beschreiben.
Auch in der Kunst ist Asymmetrie oft ansprechender als spiegelartige Ähnlichkeit. So wirkt ein Gemälde oder Foto oft flach, wenn das Hauptmotiv genau in der Mitte platziert ist. Auch eine Diagonale im Vordergrund belebt fast jede Grafik, wie oft an Linol- oder Holzschnitten zu bemerken ist.
Sogar beim Bühnenbild oder in der Musik ist mehr Aufmerksamkeit oder Spannung zu erreichen, wenn die Struktur nicht genau spiegelsymmetrisch ist.
Das Ziel des privaten oder gewerblichen Verkaufes ist es entweder Gewinn zu erzielen oder drohende Verluste zu vermeiden. Hierzu wird in der Kommunikation mit dem potentiellen Abnehmer vor allem Asymmetrische Information mit Hilfe der Verkaufspsychologie angestrebt. Der Abnehmer soll nur scheinbar die Wahl haben, am besten zwischen den vom Anbieter gebotenen Alternativen. Gegenstand asymmetrischer Informationsdarstellung sind regelmäßig die Werbung, das Verkaufsgespräch und die Vertragsverhandlung.
In der Kommunikation ist eine asymmetrische Kommunikation dann gegeben, wenn die Gesprächsbeteiligten nicht gleichberechtigt sind. Beispiel: Interessenkonflikt zwischen einem Vorgesetzten und einer nachgeordneten Mitarbeiterin.
Vergleiche: Paul Watzlawick | Kybernetik
Auch in der Sprachwissenschaft wird viel über die asymmetrische Natur der sprachlichen Zeichen diskutiert. Vgl. dazu S.I.Karcevskij, Du dualisme assymétrique du signe linguistique, in : Znakolog 6-7 (1994/95), Trier 1996, 19-26 (aus dem Französischen von Heinrich Pfandl unter dem Titel: Vom asymmetrischen Dualismus des sprachlichen Zeichens)
Generell ist für viele Themen in der Kunst oder in der Gestaltung von Fassaden, Auslagen, Gärten und so weiter nicht eine symmetrische Raumaufteilung am besten, sondern eine, die dem Goldenen Schnitt nahekommt (etwa 5:8). Manchmal trifft dies auch in den Naturwissenschaften oder der Soziologie zu.

La Tène (Fundplatz)

Der Fundplatz La Tène (sprich [la ˈtɛːn]) in der gleichnamigen Schweizer Gemeinde wurde im 19. Jahrhundert namengebend für die archäologische Klassifikation der jüngeren vorrömischen Eisenzeit als Latènezeit. Die Fundstelle bei Epagnier, einem Ort der Gemeinde La Tène, liegt in moorigem Land, am östlichen Ufer des Neuenburgersees, wo dieser durch den Zihlkanal mit dem Bielersee verbunden ist.

Das Inventar der Objekte umfasst ca. 2500 Stücke. Da der Fundort damals unter Wasser lag, wurden auch Gewebestücke und Objekte aus Holz und Leder geborgen: Angriffs- und Verteidigungswaffen aus Eisen bzw. Holz (Schwerter und Scheiden, Lanzen- und Pfeilspitzen, ein Bogen, Schilde, Wagenbestandteile), Arbeitsgeräte sowohl für das Gewerbe als auch für den Landbau (Sensen, Beile, Messer, Scheren, ein hölzerner Pflug usw.), Pferdegeschirr, hölzerne Teller und Schalen, Ringe und Fibeln aus Eisen und Bronze, Gewebestücke, verschiedene Gegenstände aus Bronze, mehrere Töpfchen, einige römische Ziegel, römische Mühlsteine, gallische und römische Münzen, Keramikgefässe.
Erwähnenswert sind die Schwerter und ihre Scheiden, weil sie sich für eine relative Chronologie am besten eignen. Um La Tène eine Datierung zu geben, wurden Vergleiche zwischen den Scheiden und Fibeln, Lanzenspitzen und Münzen gemacht. Diese Studien gaben die folgenden Ereignisse: Obwohl Schwerter aus dem Frühlatène vorhanden sind, zeigt der Grossteil der Schwerter, der Scheiden, der Lanzenspitzen und der Fibeln, dass die Station vor allem im Mittellatène benutzt wurde. Der Spätlatène konnten keine Schwerter zugeordnet werden, hingegen wurden Spätlatène-Fibeln gefunden. Das heisst, dass La Tène während einer langen Phase begangen wurde, und zwar von der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts bis zum 1. Jahrhundert v. Chr.
Einige Holzgegenstände konnten dendrochronologisch datiert werden: Brückenpfähle auf die Zeit von 254 – 251 v. Chr., ein Schild ergab das Datum 229 v. Chr. und ein Rad stammte aus dem Jahr 38 v. Chr.
Die Objekte aus La Tène sind mittlerweile über fünf Kontinente verstreut. Verschiedene Kunstgegenstände und Skelette wurden illegal verkauft, deswegen ist es sehr schwierig, ein gesamtes Inventar der Funde zu erfassen. Der Grossteil der Objekte liegt jedoch im Schweizer Landesmuseum in Zürich und im Laténium, dem archäologischen Museum des Kantons Neuchâtel in Hauterive.
Heute liegt in La Tène an der Stelle der ehemaligen Siedlung sowie des Fundortes des Goldschatzes ein Campingplatz.
Das Niveau des heutigen Neuenburgersees ist im Durchschnitt zwei Meter niedriger als im 19. Jahrhundert, vor der ersten Juragewässerkorrektur der Jahre 1868 bis 1891. La Tène befand sich deswegen etwa sechzig bis siebzig Zentimeter unter Wasser. Diese Untiefe, aus der hie und da Pfosten auftauchten, wurde von den Fischern „Tène“ genannt.
Im November 1857 stiess der Fischer Hansli Kopp, der für Oberst Friedrich Schwab arbeitete, auf die Siedlung. Vierzig Eisenwaffen zog er im Verlauf einer Stunde mit Greifern aus dem schlammigen Boden. 1860 waren schon zwei Sammlungen entstanden: das Museum Schwab in Biel und das Kantonalmuseum für Archäologie in Neuchâtel, das heutige Laténium. Die Gegenstände von Alexis Dardel–Thorens, der das Gebiet von 1858 bis 1866 untersuchte, wurden nach seinem Tod vom Volkskundemuseum in Berlin gekauft.
1863 gab es einen ersten Deutungsversuch: La Tène sei ein keltischer Pfahlbau gewesen. Die von eisernen Gegenständen charakterisierten Stationen um den Neuenburgersee wurden zunächst von keltischen, dann von helvetischen Stämmen besiedelt, welche ihre Sitze im südwestlichen Germanien verlassen hatten.
1864 publizierte Pierre Jean Édouard Desor die Ergebnisse seiner Untersuchung über die Pfahlbauten aller Epochen um den Neuenburgersee. Er verglich verschiedene Fundorte und Funde und untersuchte die klassischen schriftlichen Quellen für die historischen Epochen, d.h. für die Eisenzeit. Da er aber keinen Bericht über keltische Pfahlbausiedlungen fand, schloss er, dass La Tène ein helvetisches Waffenlager in moorigem Gebiet war, wo das Moor ein geeigneter Schutz zu sein schien.
Dank den Vergleichen mit den Funden aus der Tiefenau bei Bern und Alesia (Alise-Sainte-Reine) konnten die Forscher die Eisengegenstände (vor allem die Waffen) aus La Tène den Helvetiern zuschreiben. Sie gehören in die spätkeltische Periode. Der Herstellungsort wurde per Analogieschluss gallischen, vielleicht belgischen Werkstätten zugeschrieben. Dieser These wurde später von Paul Vouga zu Beginn des 20. Jahrhunderts widersprochen: Er schlug vor, dass die Waffen im Jura gefertigt worden seien.
Nach der ersten Juragewässerkorrektur senkte sich das Wasser um ungefähr zwei Meter, und der See zog sich nach Westen zurück. Verschiedene bekannte und noch nicht bekannte Siedlungen tauchten im wahrsten Sinne des Wortes auf. Erst diese Tatsache ermöglichte die ersten richtigen Ausgrabungen. Geologische Untersuchungen zeigten, dass in der Latènezeit der Seespiegel viel niedriger war. Das Wasser stieg ab der römischen Zeit an, d. h. La Tène wurde auf trockenem Boden aufgebaut: Es war keine Siedlung mit direktem Anschluss ans Wasser.
Emil Vouga leitete die ersten archäologischen Untersuchungen. Kurz vorher, 1876, während des Internationalen Kongresses der Anthropologie und Archäologie in Stockholm, wurde vom schwedischen Archäologen Hans Hildebrand der zweiten Periode der Eisenzeit der Name „La Tène“ gegeben.
Emil Vouga grub nordöstlich der „Ausgrabungen“ von Schwab und Desor. Seine Arbeiten wurden wegen Geldmangels abgebrochen; sein Werk ist trotzdem entscheidend, weil er als erster sechs Gebäude und zwei Brücken erkannte und ausführlich beschrieb. Die Brücken bekamen später die Namen „Pont Vouga“ (südöstlich) und „Pont Desor“ (nordwestlich). 2003 konnte letztere auf die Zeit um 660 v. Chr. datiert werden, stammte also nicht aus römischer Zeit, wie lange angenommen wurde. Es fehlt eine genauere Beschreibung der Gebäude, die heute helfen könnte, die Funktion dieser „Häuser“ zu bestimmen. Emil Vouga brachte weiter verschiedene eiserne Objekte ans Licht, und entdeckte erstaunlich viele menschliche und tierische Überreste, die erst viel später untersucht wurden. Während einiger Monate grub F. Borel, Hausmeister des Museums, in La Tène aus, dokumentierte seine Arbeit aber nicht und verkaufte verschiedene Stücke nach Bern und Genf. 1885 wurde schliesslich die Lage vom Kanton Neuchâtel reglementiert: Der Société des Sciences Naturelles wurde das exklusive Ausgrabungsrecht gegeben; Emile Vouga setzte zusammen mit William Wavre die wissenschaftlichen Arbeiten fort.
Bis 1886 ergab die Fundsituation fünf Punkte:
Emile Vouga und Gross teilten die Meinung, dass es sich nicht um ein Dorf handelte, sondern um ein oppidum. Beide Autoren waren der Auffassung, dass La Tène schon vor 200 v. Chr. besiedelt war, obwohl der Ort seine Blütezeit während der letzten zwei Jahrhunderte vor Christus hatte. Vermutlich hatte die XXI. Legion das Lager besetzt, wie Dachziegel bezeugen.
Im Laufe der Zeit folgten mehrere Deutungsversuche aufeinander. Man kann daraus drei Typen von Ausdeutungen unterscheiden:
Alle drei „Schulen“ waren sich aber über das Ende von La Tène einig: Die Station wurde verlassen und zerstört, wahrscheinlich nach einem Kampf.
1906 wurde eine Kommission zu den Ausgrabungen von La Tène gewählt, geführt von William Wavre und von Paul Vouga, Sohn von Emil Vouga. Die Ausgrabungen erfolgten von 1907 bis 1918, die Publikation erschien 1923. Ufer und Bett der Zihl wurden systematisch untersucht; zahlreiche Gruppen von Objekten tauchten wieder auf. Die Befunde präsentierten sich als Gruppen von ähnlichen Geräten. Diese „Gepäcke“ dienen noch heute als Beweise für zwei entgegengesetzte Thesen: Die eine verteidigt die Ansicht, dass die Station ein Heiligtum war, wo verpackte Eisengeräte und Schwerter ins Wasser geworfen worden waren; die andere ist der Auffassung, dass La Tène ein militärisches Lager war, wo die Ware verpackt worden war. Die Objekte tauchten meistens in den Uferzonen auf und dort in Sedimenten, die von der Strömung angeschwemmt worden sind. Das südliche Ufer, beim Pont Vouga, war besonders reich an Funden (dort wurden auch zwei menschliche Skelette ausgegraben). Im Flussbett wurde hingegen quasi nichts gefunden.
1923 fasst Vouga die sicheren Punkte der Latèneforschung zusammen, und kommt zum Schluss: Damals wurde bereits angenommen, dass La Tène keine Pfahlbausiedlung war, sondern eine auf dem Südufer der Zihl gebaute Station. Der Ort war befestigt durch eine Palisade; die gefundenen Objekte sind völlig gallisch; jüngere Münzen und Fibeln sind ausserhalb der Station geborgen worden, weshalb sie für eine Deutung des Fundortes La Tène nicht in Anspruch genommen werden können. La Tène war also kein Zoll, wie Joseph Déchelette 1914 vermutet hatte. Weibliche Trachtbestandteile fehlen, während die Waffen den Grossteil der Funde bilden. Da weder Amboss noch Schmiedhammer noch metallische Herstellungsabfälle geborgen worden waren, war La Tène keine Werkstatt. Zahlreiche Objekte wurden in bestimmten Kombinationen gefunden, meistens neu und noch in grobes Gewebe verpackt: Es handle sich somit um ein Lager. Vougas Meinung nach war La Tène ein befestigtes Lager, das militärisch besetzt war.
Am Ende der Ausgrabungen war das Inventar der Objekte enorm: 2500 wurden gelagert, obwohl solche Stücke eine umstrittene Herkunft aufweisen: Schwerter mit und ohne Scheide, Aufhängungsringe, Lanzenspitzen und Lanzenschuhe, Schilde, Schildbuckel, Helme, Spiesse, Pfeilspitzen, ein Bogen, Schmuckstücke und Fibeln, verschiedene Eisengeräte (Fischfang, Ackerbau, Handwerkertum, Pferdegeschirr, Wagenstücke), diverse Ringe, Gefässe aus Bronze, Holz und Ton, Messer, Eisenbarren und Spielstücke.
Nach Paul Vouga und William Wavre folgten keine weiteren Ausgrabungen, da die Objekte katalogisiert und die Ergebnisse publiziert werden mussten. Die Monographie erschien 1923. Der gesamte Katalog wurde nie erfasst. Studien, Artikel und Arbeiten setzen sich aber bis ins 21. Jahrhundert fort.
Klaus Raddatz verglich die von Paul Vouga beschriebenen Umstände von La Tène mit jenen aus Norddeutschland und Dänemark, wo sichere Kultplätze lagen. Er fand so viele Ähnlichkeiten, vor allem was Skelette und Waffen betraf, dass er als erster der Station eine sakrale Deutung gab. Seine These, die 1952 erschien, wurde 1955 von René Wyss unterstützt. Der militärische Charakter der Siedlung wurde aber verstärkt. E. Pelichet widersprach in demselben Jahr Raddatz: Er lud ein, Acht zu geben, weil Raddatz nicht die Tatsache in Anspruch genommen hatte, dass es höchst schwierig ist, sich eine klare Idee des Fundortes zu machen. Die Herkunft vieler Objekte, die in den Museen mit der Aufschrift „La Tène“ liegen, ist nicht klar, und die lückenhaften und ungenauen Berichte über die Holzbauten in situ reichen nicht, um sich den Ort vorzustellen.
In einem Aufsatz über das tierische Knochenspektrum offenbarte Herbert Jankuhn 1966, dass nur folgende Skelettteile vorhanden waren: Schädel und Beine, meistens von Rindern und Pferden. Kein einziges Jagdtier wurde geborgen: Es ging um einen atypischen Fund für ein bewohntes Areal. Jankuhn hat die Studie von Keller, die in Vougas Monographie enthalten ist, erweitert und vertieft. Er hat den Fundort mit ähnlichen Funden und Befunden in dänischen und norddeutschen Moorfunden, die jetzt als gesicherte Kultplätze gelten, verglichen. Das Tierknochenspektrum in Dänemark und Norddeutschland entsprach jenem in La Tène: kein Wildtier, aber Pferdeknochen in einer ganz bestimmten Auswahl (Schädelknochen und untere Extremitätenreste). Ein weiteres Knochenstudium, diesmal über menschliche Überreste, zeigte, dass ein Schädel und ein Langknochen Spuren von Verletzungen trugen. Die Forscherin Renate Rolle schlug vor, sie seien Reste von Menschenopfern und/oder Menschenfresserei. Endlich erfolgte eine erste Katalogisierung der Arbeit von José Maria de Navarro, der die Schwerter und deren Scheiden zusammengestellt und eine präzise Scheidenchronologie aufgestellt hat.
In den 60er Jahren, zur Zeit der zweiten Juragewässerkorrektur, sorgte die Zihl für eine weitere Überraschung: Eine neue Siedlung tauchte auf: Cornaux. Hanni Schwab publizierte 1989 eine Studie über die Kelten auf den Flüssen Broye und Zihl, in der sie auch La Tène erwähnt. Ihre These zum Verlassen des Ortes ist interessant, obwohl sie nicht richtig ist: Cornaux und La Tène seien Dörfer gewesen, die einen Hafen besessen hätten. Sie seien zeitgleich gewesen, und beide seien gleichzeitig durch eine gewaltige Überschwemmung zerstört worden. 1977 widersprachen aber geologische Untersuchungen dieser These.
Die Benutzung der hölzernen Strukturen ist noch heute rätselhaft, weil sich niemand ausser Emil Vougas (der aber nicht ausführlich darüber informierte) damit beschäftigte. Diese Strukturen sind für die heutige Forschung verlorengegangen.
Im Neuenburger Museum Laténium werden die Knochen- und Objektfunde in La Tène dahingehend interpretiert, dass anlässlich der oben erwähnten Überschwemmung die Menschen die Siedlung mit Karren, Tieren, Waffen und Habseligkeiten über eine Brücke verlassen wollten. Dabei stürzte diese zusammen und riss die Menschen und Tiere mit in den Tod.
47.0069444444447.0236111111111Koordinaten: 47° 0′ 25″ N, 7° 1′ 25″ O; CH1903: 568439 / 206294

Highlands and Islands (Wahlregion)

Highlands and Islands ist eine der acht schottischen Wahlregionen zur Wahl des Schottischen Parlaments. Sie wurde auf Grundlage des Scotland Act von 1998 geschaffen und umfasst die Council Areas Äußere Hebriden, Highland, Orkney und Shetland sowie Teile der Regionen Argyll and Bute und Moray und ist in acht Wahlkreise unterteilt. Im Rahmen der Revision der Wahlregionen im Jahre 2011 wurden die Außengrenzen sowie die Grenzen der Wahlkreise neu gezogen. Die ersten Wahlen fanden im Rahmen der Parlamentswahl vom 6. Mai 1999 statt.
An die Region Mid Scotland and Fife grenzen von West nach Ost die Wahlregion West Scotland, Mid Scotland and Fife und North East Scotland an.

Unter der Region sind acht Wahlkreise zusammengefasst, die vor der Revision der Wahlkreise im Jahre 2011 bezüglich Benennung und Zuschnitt den Wahlkreisen zum Britischen Parlament entsprachen. Jeder Wahlkreise stellt einen nach dem Mehrheitswahlrecht bestimmten Repräsentanten. Außerdem werden sieben Additional Members gewählt.
Aktuelle Wahlkreise: Argyll and Bute | Caithness, Sutherland and Ross | Inverness and Nairn | Moray | Na h-Eileanan an Iar | Orkney | Shetland | Skye, Lochaber and Badenoch
Wahlkreise 1999–2011 Argyll and Bute | Caithness, Sutherland and Easter Ross | Inverness East, Nairn and Lochaber | Moray | Orkney | Ross, Skye and Inverness West | Shetland | Western Isles
Central Scotland | Glasgow | Highlands and Islands | Lothian | Mid Scotland and Fife | North East Scotland | South Scotland | West Scotland

David Haye

David Deron Haye (* 13. Oktober 1980 in London) ist ein britischer Profiboxer. Haye ist ehemaliger Weltmeister der WBA im Schwergewicht, sowie ehemaliger Cruisergewichtsweltmeister der Verbände WBA, WBC und WBO.

David Haye wuchs in London auf. Er hat zwei Geschwister, Louisa Frisby und James. Sein Vater ist Jamaikaner, seine Mutter Engländerin. Haye ist verheiratet und hat einen Sohn namens Cassius.
Beim jährlichen Multi Nations Tournament in Liverpool, wurde er 1998 Zweiter und 1999 Erster im Halbschwergewicht. Haye nahm zudem 1999 an den Amateurweltmeisterschaften in Houston teil, kam dort allerdings in der Halbschwergewichtsklasse nicht über die zweite Runde hinaus, er scheiterte am späteren Sieger, dem US-Amerikaner Michael Simms.
Beim Chemiepokal 2000 unterlag er im Halbschwergewicht Giacobbe Fragomeni, der bis ins Halbfinale kam, nach Punkten. Beim 17. Internationalen Feliks Stamm Memorial in Warschau, verlor er im Schwergewicht gegen den späteren Sieger Andreas Gustavsson aus Schweden.
Beim 21. Internationalen Kopenhagen Cup 2000, gewann er die Goldmedaille im Schwergewicht. Erfolgreich verlief für ihn auch die Weltmeisterschaft 2001 in Belfast. Dort besiegte er im Schwergewicht unter anderem Sebastian Köber und erreichte das Finale, verlor dort jedoch vorzeitig gegen den Kubaner Odlanier Solís.
Bei der 20. Internationalen Trofeo Italia gewann er die Goldmedaille im Schwergewicht. Dabei besiegte er im Finale Jaroslavas Jakšto.
2002 wurde Haye Profi. Er gewann seine Aufbaukämpfe, musste gegen den Kongolesen Lolenga Mock aber erstmals in seiner Profikarriere zu Boden. Den britischen Cruisergewichtstitel gewann er im November 2003. Am 10. September 2004 verlor er überraschend gegen den 40-jährigen Veteranen Carl Thompson durch technischen K.o. in der fünften Runde. Dennoch gelang ihm am 16. Dezember 2005 der Gewinn der Europameisterschaft gegen den mehrfachen Titelträger Olexander Hurow aus der Ukraine. 2006 besiegte er den ungeschlagenen Dänen Lasse Johansen, später im Jahr den ungeschlagenen ehemaligen Amateureuropameister Giacobbe Fragomeni, der ihn als Amateur besiegt hatte.
Inzwischen war Haye zum Pflichtherausforderer für den WBC-Titel aufgestiegen und durfte so am 10. November 2007 den Weltmeister Jean-Marc Mormeck herausfordern. Nachdem er in diesem Kampf in der vierten Runde zu Boden geschlagen wurde und nach Punkten zurücklag, gelang ihm in der siebten Runde der Sieg durch technischen K.o. und somit der Gewinn der WBC- und WBA-Titel im Cruisergewicht. Nachdem Haye am 8. März 2008 zudem einen Vereinigungskampf gegen WBO-Titelträger Enzo Maccarinelli durch technischen K.o. in der zweiten Runde gewinnen konnte, hielt er nun die Titel von drei Weltverbänden im Cruisergewicht.
Anschließend legte Haye seine Titel ab und gab bekannt, dass er ins Schwergewicht wechseln würde. Seinen ersten Kampf bestritt er am 15. November 2008 gegen Monte Barrett. Diesen bezwang er nach fünf Runden durch technischen K.o.
David Hayes Ziel im Schwergewicht war es, einen oder gar mehrere Weltmeistertitel der Klitschko-Brüder zu erringen. Durch zahlreiche verbale und mediale Provokationen, unter anderem indem er auf dem Titelblatt der Zeitschrift Men’s Health in einer Fotomontage den abgetrennten Kopf von Wladimir Klitschko in der Hand hielt, versuchte er einen Titelkampf gegen die Klitschkos zu forcieren, ohne sich vorher langwierig in der Weltrangliste nach oben kämpfen zu müssen. Nach der Titelverteidigung von Vitali Klitschko gegen Juan Carlos Gómez gab das Management von Wladimir Klitschko bekannt, dass ein Titelkampf zwischen Haye und Wladimir Klitschko am 20. Juni 2009 in der Gelsenkirchener Veltins-Arena stattfinden solle. Als weitere Provokation trug David Haye auf diversen Pressekonferenzen ein T-Shirt, das ihn die beiden abgetrennten Köpfen der Klitschko-Brüder in der Hand haltend in Siegerpose zeigte. Nach einer Rückenverletzung, die sich Haye beim Training zuzog, wurde der Kampf jedoch abgesagt. Haye erholte sich schnell von seiner umstrittenen Rückenverletzung. Tatsächlich stieg Haye aus nie restlos geklärten Gründen aus dem Vertrag mit Wladimir Klitschko aus. Anschließend fanden Gespräche über einen neuen Kampftermin statt. Da Wladimir Klitschko zwei Pflichtverteidigungen in Folge bestreiten musste, kam dieser als Gegner zunächst nicht mehr in Frage. Stattdessen willigte wieder Vitali Klitschko ein, gegen Haye anzutreten. Der Kampftermin wurde für den 12. September 2009 festgelegt. Austragungsort sollte die Commerzbank-Arena in Frankfurt am Main sein. David Haye sagte auch diese Kampfansetzung ab, da er und sein Trainer und Manager Adam Booth mit den Konditionen des Vertrages nicht einverstanden waren.
Kurz darauf wurde bekannt, dass sich David Haye und Sauerland Event auf einen Kampf gegen WBA-Weltmeister Nikolai Walujew geeinigt haben. Haye besiegte den Russen am 7. November 2009 in Nürnberg nach Punkten (114:114, 112:116, 112:116) und wurde Weltmeister der WBA im Schwergewicht. Im Kampf bewegte sich Haye vorwiegend im Rückwärtsgang und agierte nur mit einigen Konterattacken während der langsamere Walujew versuchte, Haye zu stellen. Da dies nur selten gelang, bekamen die Zuschauer einen wenig intensiven Kampf zu sehen, in dem oftmals über dreißig Sekunden zwischen zwei Schlagversuchen vergingen. In den letzten Sekunden der zwölften Runde brachte Haye den 2,13 Meter großen Russen mit einem linken Haken an den Rand eines Niederschlages.
In der ersten Verteidigung des WBA-Titels besiegte Haye am 3. April 2010 den ehemaligen WBA-Weltmeister John Ruiz vorzeitig. In dem Kampf, der in der M.E.N. Arena in Manchester stattfand, musste Ruiz bereits in den ersten Sekunden der ersten Runde zu Boden, konnte sich aber wieder sammeln und bis zur neunten Runde weiterkämpfen, ehe sein Trainer nach weiteren Niederschlägen und relativer Chancenlosigkeit seines Schützlings das Handtuch warf.
Am 13. November 2010 verteidigte Haye seinen WBA-Titel erfolgreich gegen den britischen Rechtsausleger Audley Harrison. Der ehemalige Freund und Sparringspartner von Haye, der bei den Olympischen Sommerspielen von Sydney im Jahr 2000 die Goldmedaille im Superschwergewicht gewann, hatte in seiner Profikarriere mit Höhen und Tiefen zu kämpfen. Er empfahl sich für einen Weltmeisterschaftskampf, nachdem er den Briten Michael Sprott in einem Europameisterschaftskampf, nach Punkten zurückliegend, in der zwölften Runde spektakulär ausknockte. Dem Duell waren viele verbale Auseinandersetzungen vorausgegangen, die meisten davon beinhalteten die ehemalige Freundschaft zwischen Haye und Harrison. Zu Beginn des Kampfes blieb der angekündigte Krieg zunächst aus. Nach der ersten und zweiten Runde, in der keiner der Boxer einen Angriff wagte und nur selten schlug, quittierten die Zuschauer in der M.E.N. Arena den Kampf mit Buhrufen. In der dritten Runde griff Haye aggressiv an. Nach heftigen Schlagserien und einem Niederschlag brach der Ringrichter das einseitige Duell ab. Haye siegte damit durch technischen K.o. in der dritten Runde.
Nach dem Harrison-Kampf begannen das Management von Haye und Wladimir Klitschko erneut über eine Titelvereinigung zu verhandeln. Nachdem Klitschko einen Kampf gegen Hayes Landsmann Dereck Chisora im Dezember 2010 wegen einer Bauchmuskelverletzung absagen musste, einigten sich die Parteien auf den 25. Juni oder 2. Juli 2011 als mögliche Termine für einen Kampf. Klitschko wollte zunächst noch den Kampf gegen Chisora im April 2011 nachholen, was erneut zu einer Absage der lang erwarteten Titelvereinigung führte, da Haye es nicht für möglich hielt, dass Klitschko innerhalb von neun Wochen zwei WM-Kämpfe absolvieren könne. Klitschkos Bauchmuskelverletzung heilte langsamer als bisher angenommen, und der Kampf gegen Chisora wurde erneut abgesagt. Inzwischen wurde auch Hayes Pflichtverteidigung gegen Ruslan Tschagajew wegen dessen umstrittener Hepatitis-B-Erkrankung abgesagt, was den Weg für erneute Verhandlungen mit Klitschko ebnete. Beide Parteien unterschrieben schließlich die Verträge und einigten sich auf den 2. Juli 2011. Neben Deutschland standen die USA, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Schweiz, Russland, Monaco und Südafrika als mögliche Austragungsorte zur Auswahl. Die Entscheidung fiel schließlich auf die 57.000 Zuschauer fassende Imtech Arena in Hamburg. In dem Kampf wurden die von Klitschko gehaltenen WBO- und IBF-Titel mit dem der WBA und somit die Gürtel von drei der vier wichtigsten Box-Verbände vereinigt, was im Schwergewicht relativ selten ist. Haye verlor seinen WBA-Gürtel schließlich durch eine deutliche Punktniederlage. Als Grund der Niederlage nannte er eine Verletzung, welche er im Ring noch präsentierte. Sein Trainer Adam Booth war nach wie vor der Meinung, dass der Kampf ohne Verletzung anders gelaufen wäre.
Wie mehrfach angekündigt hat Haye seine Karriere an seinem 31. Geburtstag (13. Oktober 2011) für beendet erklärt. Er kündigte allerdings bereits im Mai des darauffolgenden Jahres sein Comeback an. Für den 14. Juli 2012 wurde ein Kampf gegen Dereck Chisora im Stadion des Londoner Fußballvereins West Ham United vereinbart. Da sein Gegner vom britischen Verband aufgrund ihrer Schlägerei bei einer Pressekonferenz gesperrt wurde und es nicht absehbar war, ob Haye aufgrund dieses Vorfalls erneut eine britische Lizenz erhalten würde, traten beide für diesen Kampf mit einer luxemburgischen Lizenz an. Haye, der in Turnschuhen und nicht mit den üblichen Boxstiefeln antrat, gewann in der 5. Runde durch K.-o. gegen den deutlich unterlegenen Chisora. Er verkündete im Anschluss, als Nächstes gegen Vitali Klitschko antreten zu wollen.
Nach einer Operation an der lädierten Schulter im November 2013 musste der für den 8. Februar 2014 geplante Kampf gegen Tyson Fury abgesagt werden. Da die OP nicht den gewünschten Erfolg mit sich brachte, hatten die behandelnden Ärzten dem Patienten Haye im Anschluss geraten, seine Karriere zu beenden.
Im November 2015 gab Haye nach über einjähriger Pause sein Comeback bekannt. Sein erster Kampf nach dreieinhalb-jähriger Pause stieg am 16. Januar 2016 in O₂ Arena (Millenium Dome) gegen den Australier Mark de Mori, welchen Haye durch K.o. in der ersten Runde gewann.
Am 18. Februar 2012 war David Haye als TV-Kommentator für einen britischen Sender beim Kampf zwischen Dereck Chisora und Vitali Klitschko in München anwesend. Bei der anschließenden Pressekonferenz forderte Haye Vitali Klitschko zu einem Kampf auf, den Klitschkos Manager Bernd Bönte jedoch verneinte, da ein solcher Kampf bereits einmal wegen finanzieller Unstimmigkeiten gescheitert war. Plötzlich mischte sich Chisora ein, beleidigte Haye und forderte nun im Gegenzug diesen zu einem Kampf heraus. Nach gegenseitigen Beschimpfungen verließ Chisora seinen Platz auf dem Podium und lief Richtung Haye. Vor laufenden Kameras schlugen die beiden mit bloßen Fäusten aufeinander ein, Chisora ging dabei kurzzeitig K.o. Angehörige beider Lager beteiligten sich an der Auseinandersetzung, die der Sicherheitsdienst nicht unter Kontrolle bringen konnte. Haye verletzte auch Chisoras Trainer durch Faustschläge und schlug auch noch mit einem Kamerastativ zu, traf damit jedoch seinen eigenen Trainer Adam Booth, der gerade einen Angehörigen von Chisoras Team zurückhielt. Dieser erlitt dabei eine Platzwunde an der Stirn.
Während Chisora anschließend wegen des Verdachts der Körperverletzung vorläufig festgenommen wurde, konnte sich Haye nach Großbritannien absetzen und entging somit einer Festnahme. Ein Polizeisprecher gab bekannt, dass gegen Haye wegen Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung ermittelt wird. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen in dem Fall liegt bei der Staatsanwaltschaft. Diese müsse darüber befinden, ob ein Rechtshilfeersuchen an die britischen Behörden gestellt werde.
Da David Haye seit seinem offiziellen Rücktritt keine Boxlizenz mehr besitzt, drohen ihm seitens des britischen Boxverbandes keine Konsequenzen. Der British Boxing Board of Control könnte ihm aber eine neue Lizenz verweigern, falls er irgendwann wieder eine beantragen sollte.
Die Einlaufmusik von David Haye ist „Ain’t No Stoppin‘ Us Now“ von McFadden & Whitehead. Sein Kampfname „Hayemaker“ beruht auf dem im Kampfsport vorkommenden Haymaker, einem Schwinger, der mit der gesamten Schlagkraft eines Kämpfers ausgeführt wird und den Gegner K.o. schlagen soll.
Sein Trainingslager befand sich in Girne in der Türkischen Republik Nordzypern, da der Vater seines Boxtrainers Adam Booth Zyprer ist. Er trägt seit 2008 im Ring neben der Flagge Englands und dem Union Jack auch die Flagge Nordzyperns auf seiner Hose. Zusammen mit Booth betreibt er die Promotion-Firma Hayemaker Promotions.
Im Jahr 2010 wurde Haye von der britischen Anglia Ruskin University der Ehrendoktortitel für seine boxerischen Erfolge verliehen.
David Haye nahm ab 11. November 2012 an der zwölften Staffel der Fernsehshow „I’m a Celebrity…Get Me Out of Here!“ teil, in der er den dritten Platz erreichen konnte.
Im Jahr 2014 stellte er sich vollständig auf vegane Ernährung um.

Eyerkeilturm

Der Eyerkeilturm war ein Wehrturm der ca. 1300–1350 errichteten äußeren Stadtmauer der Stadt Aachen. Er ist nicht mehr erhalten.

Der Eyerkeilturm war nicht Bestandteil des äußeren Mauerrings, sondern stand im Südwesten des Mauerrings an der Spitze der Zwingermauer der dreieckigen Lütticher Schanze zwischen Jakobstor und Junkerstor. Ihm gegenüber an dem Mauerring stand der Turm ohne Namen.
Der Eyerkeilturm war ein Rundturm und wurde daher oft auch einfach als „Runder Turm“ bezeichnet. Er hatte einen Durchmesser von etwa 12,50 m. Der Turm hatte zwei Obergeschosse, zu denen eine Wendeltreppe hinaufführt.
Das Erdgeschoss hatte Schießscharten für Bogen- und Armbrustschützen, die beiden Obergeschosse dagegen breitere Schießluken, die durch Holzklappen verschlossen werden konnten, für den Einsatz von Geschützen wie z.B. Ballisten.
Das Dach war flach und von einem Zinnenkranz umgeben, so dass auch von hier aus der Raum vor der Mauer und innerhalb der Zwingeranlage der Lütticher Schanze kontrolliert und beschossen werden konnte.
Durch seine Lage vor der Ringmauer diente der Eyerkeilturm auch als Unterstützung zur Verteidigung des Jakobstors und des Junkerstors.
50.7696666666676.0730583333333Koordinaten: 50° 46′ 11″ N, 6° 4′ 23″ O

Dóra María Lárusdóttir

Dóra María Lárusdóttir (* 24. Juli 1985) ist eine isländische Fußballspielerin. Die Abwehrspielerin bestritt in ihrer bisherigen Laufbahn über 100 Länderspiele für die isländische Frauen-Nationalmannschaft.
Dóra begann ihre Karriere bei Valur Reykjavík, mit dem sie 2004 ihren ersten Meistertitel gewann. Ab 2005 studierte sie an der University of Rhode Island. Während sie mit der College-Mannschaft Rhode Island Rams an den nationalen College-Meisterschaften teilnahm, spielte sie parallel weiterhin in den Semesterferien insbesondere im Sommer für ihren isländischen Klub, so dass sie auch an den Meisterschaften 2006, 2007 und 2008 beteiligt war. Nach Abschluss ihres Studiums 2008 konzentrierte sie sich sportlich wieder auf ihren isländischen Klub, es folgten 2009 und 2010 weitere Meistertitel. 2011 wechselte sie erstmals ins Ausland und heuerte beim schwedischen Verein Djurgården Damfotboll an. Nach nur einer Spielzeit zog sie nach Brasilien weiter, mit AAD Vitória das Tabocas – ihre Landsmännin Þórunn Helga Jónsdóttir wurde ebenfalls verpflichtet – nahm sie dabei unter anderem an der Copa Libertadores Femenina 2012 teil. Anschließend kehrte sie zu Valur Reykjavík zurück.
Nachdem Dóra bereits diverse isländische Juniorenauswahlmannschaften durchlaufen hatte, debütierte sie im September 2003 in der A-Nationalmannschaft. Mit dieser qualifizierte sie sich für die Europameisterschaft der Frauen 2009, bei der sie mit der Auswahl in der Gruppenphase scheiterte und alle drei Spiele bestritten hatte. Vier Jahre später nahm sie an der Europameisterschaft der Frauen 2013 teil, bis zum Ausscheiden gegen Gastgeber Schweden im Viertelfinale absolvierte sie alle vier Endrundenspiele.

Siggi Fassl

Sigurd „Siggi“ Fassl (* 1966 in Wien) ist ein österreichischer Blues- und Rockabillygitarrist.

Siggi Fassl wuchs mit Country Musik auf, die sein Vater oft spielte. Er hörte Willie Nelson, Kris Kristofferson oder Buck Owens. Diese frühe Prägung blieb erhalten, denn neben der Mojo Blues Band spielt er noch bei den Honkytonk Playboys, die sich der Countrymusic aus den 1930er und 1940er- Jahren verschrieben haben.
Seine ersten Gitarrengriffe lernte er im Alter von sechzehn Jahren. Seine erste Begegnung mit dem Blues hatte er, als er Al Cook und Erik Trauner in Wiener Lokalen spielen hörte. Mit Erik Trauner freundete er sich an und hörte bei ihm seine Countryblues-Alben. Musiker wie Mississippi John Hurt, Blind Willie McTell oder Robert Johnson wurden dadurch seine Vorbilder.
1988 gründete er mit Christian Sandera Hooked On Blues, die noch im selben Jahr auf Al Cooks Jubiläumsalbum 25 Blues Years zu hören war. Nach verschiedenen Klubkonzerten und Openair-Auftritten wurde die Band als Backingband für Louisiana Red gebucht. Ihr nächster Karrierehöhepunkt war der Auftritt als Vorband für Magic Slim and the Teardrops. Mit verschiedenen Bassisten und Schlagzeugern gibt es die Band bis heute.
Als Begleitmusiker spielte er mit Louisiana Red, Big Jay McNeely, Magic Slim, Eddie Van Shaw und anderen, außerdem wirkte er bei Studioproduktionen von Al Cook, Johnny & the Creditcards oder The Jive Giants mit. Seit 2002 tritt er mit der Mojo Blues Band und als Solomusiker auf.

Versenkreck

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Der Benutzer Flominator wünscht sich an dieser Stelle ein Bild. Motiv: Schön wäre es, die alte und neue Variante untereinander zum Vergleich zu haben Falls du dabei helfen möchtest, erklärt die Anleitung, wie das geht.
Ein Versenkreck ist eine Einrichtung zum Reckturnen in Sporthallen, bei der die Recksäulen bei Nichtbenutzung im Boden versenkt werden. Dies hat den Vorteil, dass die Recksäulen nicht abgebaut und in den Geräteraum verstaut werden müssen wie bei Steckreckanlagen oder einem Spannreck.
Die Erfindung des Versenkrecks geht auf den Sportwissenschaftler Hacker zurück und wurde viele Jahre von der Augsburger Turngerätefabrik Wallenreiter (heute Wallenreiter Sportgeräte) in Sporthallen eingebaut. Derartige Versenkrecke zeichnen sich durch einen Begehungsschacht aus, über den man die Reckanlage jederzeit zugänglich unter dem Sporthallenboden warten kann. Bis heute sind zahlreiche Installationen voll funktionstüchtig in Gebrauch.
Aufgrund des baulich aufwendigen Wartungsschachtes werden Versenkreckanlagen seit ca. 1970 nicht mehr nach der Hacker-Konstruktion gebaut, sondern in einem geschlossenen System. Die Reckanlagen weisen keinen Zugangsschacht mehr aus; stattdessen werden die Recksäulen mit dem vollständigen Versenkmechanismus in einem Topfrohr eingebaut.

Geschichte der Stadt Kronach

Die Geschichte der Stadt Kronach beginnt vermutlich im achten oder neunten nachchristlichen Jahrhundert; dokumentiert ist sie seit der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes im Jahr 1003. Die Stadtgeschichte ist deutlich von der jahrhundertelangen Zugehörigkeit zum katholischen Hochstift Bamberg und der damit verbundenen Grenzlage zum protestantischen Kurfürstentum Sachsen geprägt. Als nördliches Bollwerk im Herrschaftsgebiet der Bamberger Fürstbischöfe wurde die oberhalb der Stadt gelegene Burg Rosenberg, die Mitte des 13. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt wurde, zu einer frühneuzeitlichen Schlossfestung ausgebaut.

Geröllgeräte aus Schottern der Haßlach und der Rodach, die vor allem nordöstlich von Hummendorf, einem Ortsteil der Gemeinde Weißenbrunn, südwestlich der Wachtersmühle und auf dem östlich der Kronacher Kernstadt gelegenen Kreuzberg gefunden wurden, belegen die Besiedlung des heutigen Landkreises Kronach schon während des Mittelpaläolithikums. Die Funde gehören damit zu den ältesten Steingeräten in der Gegend. Etwa vier Kilometer westlich der Kernstadt, in der Nähe des Ortsteils Gehülz, liegt die Heunischenburg, eine steinerne Befestigung der späten Urnenfelderzeit. Mit der Blütezeit im neunten Jahrhundert v. Chr. handelt es sich dabei um die älteste aus Stein gebaute Befestigungsanlage nördlich der Alpen, die heute bekannt und archäologisch untersucht ist.
Kronach entstand vermutlich im achten oder neunten nachchristlichen Jahrhundert und wurde im Jahr 1003 in der Chronik des Thietmar von Merseburg als urbs crana erstmals urkundlich erwähnt: Markgraf Heinrich von Schweinfurt, zu dessen Besitz der Ort gehörte, ließ im Zuge einer Auseinandersetzung mit König Heinrich II., der sogenannten Schweinfurter Fehde, eine hier errichtete Mittelpunktsburg niederbrennen, bevor er zu seinem Verbündeten Bolesław Chrobry nach Böhmen floh. Die zerstörte Burg stand wahrscheinlich auf dem Bergsporn zwischen den Flüssen Haßlach und Kronach, auf dem sich heute die Kronacher Altstadt befindet; archäologisch konnte dies jedoch bislang nicht nachgewiesen werden. Die zu der Befestigung gehörende Ansiedlung am Fuß des Bergsporns wurde vermutlich nicht mit zerstört.
Nach dem Aussterben der männlichen Linie des Hauses Schweinfurt im Jahr 1057 befanden sich die Gebiete um Kronach zunächst im Besitz des böhmischen Herzogs Břetislav I., der mit Judith, einer Tochter des Markgrafen Heinrich verheiratet war. Deren Enkel Udalrich trat die Gebiete 1099 an Kaiser Heinrich IV. ab, da sie zu weit von seinem eigentlichen Herrschaftsraum entfernt waren. Im Jahr 1122 schenkte Heinrich V., der Sohn Heinrichs IV., Kronach und die umliegenden Gebiete, das sogenannte praedium crana, dem Bistum Bamberg. Dies geschah als Dank für die Vermittlertätigkeit des Bamberger Bischofs Otto I. beim Wormser Konkordat, mit dem der Investiturstreit zwischen dem Kaiser und Papst Calixt II. beigelegt wurde.
Wenige Jahre später entstanden unter Otto I. möglicherweise die Anfänge der oberhalb der Stadt gelegenen und in den folgenden Jahrhunderten zur barocken Festung ausgebauten Burg Rosenberg: Laut Verzeichnis des Klosters Michelsberg in Bamberg ließ der Bischof um 1130 bei Kronach ein steinernes Haus und einen Turm errichten. Ob sich diese Bauwerke tatsächlich auf dem Rosenberg im Bereich der heutigen Festungsanlage befanden, konnte archäologisch jedoch bislang nicht belegt werden. Bis zur Säkularisation des Hochstifts Bamberg in den Jahren 1802/03 behielten die Bamberger Fürstbischöfe die Herrschaft über Kronach, das ab 1500 auch im Fränkischen Reichskreis lag.
Der genaue Zeitpunkt der Stadterhebung Kronachs ist nicht überliefert. Jedoch wurden die Bewohner im sogenannten Langenstadter Vertrag vom 14. Dezember 1260, mit dem die Rückgabe des zeitweilig an Otto II. von Schaumberg verpfändeten Ortes und seines Umlandes an das Hochstift Bamberg geregelt wurde, als „Bürger“ (lat. cives) bezeichnet. Diese Formulierung deutet darauf hin, dass Kronach zu diesem Zeitpunkt bereits im Besitz der Stadtrechte war. Da in dem Vertrag nicht erwähnt wurde, dass sich der Stand der Kronacher in der jüngeren Vergangenheit verändert habe, dürfte die Verleihung der entsprechenden Rechte bereits um das Jahr 1250 erfolgt sein.
Während der Hussitenkriege wurde Kronach im Jahr 1430 von einer Heeresabteilung der Hussiten angegriffen und belagert. Um die Angreifer zu vertreiben, steckten die Bürger der sogenannten Oberen Stadt, der heutigen Altstadt, die eigene Vorstadt um das Spital in Brand. Dies war wohl nicht mit deren Bewohnern abgesprochen und führte zu lange anhaltenden Streitigkeiten zwischen beiden Stadtteilen, die erst durch den Bamberger Landesherrn Friedrich III. von Aufseß geschlichtet wurden, indem er den Bewohnern der Vorstadt 1431 Steuernachlässe und eine nicht genau benannte Teilhabe am Stadtrat gewährte. Mit einer weiteren Urkunde des Bischofs aus dem Jahr 1439 wurden die bislang nicht als Bürger geltenden Vorstädter rechtlich den Bewohnern der Oberen Stadt annähernd gleichgestellt; die drei Vorstädte wurden offiziell Bestandteil der Stadt Kronach. Die Obere Stadt behielt jedoch zahlreiche Privilegien, die den Vorstädtern weiterhin verwehrt blieben, wie etwa das Recht zum Bierbrauen und zum Ausschank von Bier und Wein.
Während des Deutschen Bauernkrieges befand sich Kronach 1525 einige Zeit in der Hand der aufständischen Bauern: Rat und Bürger unter Führung des fürstbischöflichen Kastners Kunz Dietmann beteiligten sich an dem Aufruhr und übergaben Stadt und Burg in Abwesenheit des Burghauptmanns kampflos. Das Aufbegehren der Kronacher richtete sich jedoch vor allem gegen die Ritterschaft und nicht gegen den Bamberger Landesherrn Weigand von Redwitz, der bis zuletzt mit den Aufständischen in seinem Herrschaftsgebiet verhandelte. Bedingung für die Übergabe von Stadt und Burg war, dass die Burg Rosenberg verschont werden sollte; zahlreiche Burgen, Schlösser und Klöster in der Umgebung wurden jedoch – unter Beteiligung der Aufständischen aus Kronach – geplündert und zerstört.
Nachdem das Heer des Schwäbischen Bundes am 19. Juni 1525 bereits die Stadt Bamberg eingenommen und den Aufstand dort niedergeschlagen hatte, wurden am 25. Juni schließlich Kronach und die Burg Rosenberg besetzt. Fürstbischof Weigand von Redwitz ließ vier Anführer des Aufstandes in Kronach hinrichten, die Stadt wurde als Entschädigung für die verursachten Schäden mit einer Strafzahlung in Höhe von 2000 Gulden belegt. Dietmann sollte ebenfalls hingerichtet werden, die Strafe wurde jedoch auf die Zahlung von 800 Gulden reduziert, nachdem sich zahlreiche Kronacher Adelige bei von Redwitz für den Kastner eingesetzt hatten.
Bereits wenige Jahrzehnte nach dem Bauernkrieg musste sich die Stadt Kronach im Zweiten Markgrafenkrieg erneut eines Angreifers erwehren. Albrecht II. Alcibiades, Markgraf von Brandenburg-Kulmbach, versuchte sein Einflussgebiet in Franken zu vergrößern und bekämpfte hierzu seine fränkischen Nachbarn, vor allem die beiden katholischen Hochstifte Bamberg und Würzburg. Dem Markgrafen gelang unter anderem die Einnahme der Stadt Forchheim im Süden des Hochstifts Bamberg. Danach bedrohte er die nicht durch eine Stadtbefestigung geschützte Bischofsstadt Bamberg, die sich schließlich am 19. Mai 1552 geschlagen geben musste.
Nachdem die Truppen des Markgrafen bereits im September 1552 Dörfer in der Kronacher Umgebung überfallen und ausgeraubt hatten, fielen sie im Juni 1553 im Norden des heutigen Landkreises Kronach ein und bedrohten unter anderem die Stadt Teuschnitz, die mehrfach zur Zahlung höherer Geldsummen gezwungen wurde, um eine Plünderung zu verhindern. Von Teuschnitz aus zog Alcibiades im Oktober 1553 mit einem 300 bis 400 Mann starken Heer im Tal der Haßlach nach Süden, marschierte am 10. Oktober 1553 vor Kronach auf und forderte die Übergabe der Stadt. Da sich die Kronacher weigerten und eine Belagerung der befestigten Stadt mit seiner relativ kleinen Truppe nicht möglich war, musste der Markgraf unverrichteter Dinge abziehen.
Einige Monate später wurde Alcibiades vom sogenannten Bundesständischen Heer, das durch den Zusammenschluss mehrerer deutscher Fürsten entstanden war, vernichtend geschlagen. Seine Residenzstadt Kulmbach wurde nach kurzer Belagerung am 26. November 1553 völlig zerstört; die verbliebenen Truppen in der Stadt zogen sich in die Plassenburg zurück und kapitulierten nach mehrmonatiger Belagerung am 21. Juni 1554. Der Krieg endete mit der Flucht des Markgrafen nach Frankreich.
Mit Beginn der Reformation im 16. Jahrhundert wandten sich in den Gebieten des Hochstifts Bamberg zunehmend Geistliche und Bevölkerung dem protestantischen Glauben zu. Neben mehreren Orten im Raum Kronach, die noch heute überwiegend evangelisch geprägt sind, betraf dies auch die Stadt Kronach selbst, wo zwar die Pfarrei weiterhin katholisch blieb, die Bevölkerung jedoch mehrheitlich der neuen Glaubenslehre folgte. Nachdem diese Entwicklung im Hochstift zunächst lange Zeit geduldet worden war, trieb die katholische Kirche ab dem Ende des 16. Jahrhunderts im Zuge der Gegenreformation die Rekatholisierung der eigenen Gebiete voran. Gemäß der Formel cuius regio, eius religio, einer Kurzform des im Augsburger Religionsfrieden festgelegten Rechtsprinzips, wurden die protestantischen Bevölkerungsteile dazu aufgefordert, sich wieder zum katholischen Glauben ihres Landesherrn zu bekennen oder in eines der benachbarten protestantischen Gebiete auszuwandern. Im Jahr 1616 waren die Bürger von Kronach – bis auf wenige Ausnahmen – wieder katholisch und blieben dies bis zur Säkularisation des Hochstifts in den Jahren 1802/03. Protestanten konnten in dieser Zeit keine Bürgerrechte in Kronach erwerben.
Vom Ende des 16. Jahrhunderts bis in die 1630er Jahre war das Hochstift Bamberg ein Kerngebiet der Hexenverfolgung. Vor allem unter der Regentschaft der Fürstbischöfe Johann Gottfried I. von Aschhausen (reg. 1609–1622) und Johann Georg II. Fuchs von Dornheim (reg. 1623–1633) wurden unzählige Frauen und Männer inhaftiert, gefoltert und hingerichtet. Der erste eigentliche Hexereiprozess in Kronach fand 1580 statt und endete noch vergleichsweise milde mit der Landesverweisung der beiden angeklagten Männer. Viele Beschuldigte wurden jedoch auch hier zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Ein Ende fanden die Verfolgungen erst während des Dreißigjährigen Krieges mit dem Einmarsch schwedischer Truppen in Bamberg.
Die Stadt Kronach und ihre Festung wurden während des Dreißigjährigen Krieges in den Jahren 1632 bis 1634 mehrfach von den Schweden und ihren deutschen Verbündeten belagert. Durch den strategisch günstigen Aufbau der Stadt und die entschiedene Gegenwehr ihrer Bewohner konnten die Angreifer jedoch erfolgreich zurückgeschlagen werden.
In den ersten Jahren des Krieges beschränkten sich die Kampfhandlungen im Raum Kronach zunächst auf vergleichsweise kleine Geplänkel mit den protestantischen Nachbarn, vor allem der Stadt Coburg. So überfielen, plünderten und brandschatzten Truppen beider Seiten Dörfer im Gebiet des Nachbarn. Mit dem Sieg des schwedischen Königs Gustav II. Adolf in der Schlacht bei Breitenfeld im Jahr 1631 und dessen anschließendem Vorrücken in Richtung Franken entstand schließlich eine direkte Bedrohung für die Stadt Kronach. Nachdem sich die Bischofsstadt Bamberg dem Heer Gustavs ergeben hatte, drangen die protestantischen Truppen im Frühjahr 1632 in das Gebiet um Kronach ein.
Der erste große Angriff auf die Stadt, an dem auch Coburger Truppen beteiligt waren, erfolgte am 17. Mai 1632 unter Führung des schwedischen Obristen Claus Hastver. Nachdem dieser Angriff erfolglos geblieben war und ein zweiter Angriff durch Truppen des Markgrafen Christian von Brandenburg-Bayreuth am 19. Mai ebenfalls nicht zur Einnahme der Stadt geführt hatte, wurde Kronach eingeschlossen und belagert. Unter anderem wurden auf dem nördlich von Stadt und Festung gelegenen Bergrücken des Rosenbergs Geschütze in Stellung gebracht, mit denen die Festung beschossen wurde. Die Einschläge der schwedischen Kanonenkugeln sind noch an der Nordseite des Bergfrieds sichtbar. Die Belagerung wurde am 12. Juni 1632 aufgegeben, da die protestantischen Truppen das angekündigte Eintreffen von Verstärkung für die Stadt Kronach erwarteten.
Am 13. Juni 1633 wurde Kronach von acht Regimentern der Herzöge Bernhard und Wilhelm von Sachsen-Weimar eingeschlossen und kurzzeitig belagert. Nachdem ein Angriff auf die Stadt am 15. Juni erfolglos geblieben war, wurde die Belagerung bereits am 17. Juni 1633 beendet, da die Protestanten wiederum das Eintreffen von Verstärkung für Kronach befürchteten.
Ein letztes Mal wurde Kronach im Jahr 1634 durch Truppen des Bernhard von Sachsen-Weimar angegriffen und belagert. Am 13. März 1634 erfolgte die Einschließung der Stadt durch ein Vorauskommando unter Johann Philipp Cratz von Scharffenstein, die eigentliche Belagerung begann mit dem Eintreffen des Hauptheeres am 18. März. Die protestantischen Truppen lagerten hierbei hauptsächlich südlich der heutigen Altstadt, wo sie durch deren Gebäude, vor allem durch die im Süden der Stadt hoch aufragende Pfarrkirche St. Johannes der Täufer vor Beschuss durch die Kanonen der nördlich von Kronach gelegenen Festung weitgehend geschützt waren. Der größte Angriff auf die Stadt erfolgte am 21. März 1634. Hierbei gelang es den Belagerern neben dem Bamberger Tor an der Südwestseite der Stadt eine Bresche in die Stadtmauer zu schießen. Aufgrund der entschiedenen Gegenwehr ihrer Bewohner – besonders der Frauen – führte dies jedoch nicht zur Einnahme der Stadt und die Angreifer mussten sich unter großen Verlusten zurückziehen. Das Ausmaß der damaligen Zerstörung ist durch die abweichende rötliche Färbung des zum Schließen der Lücke verwendeten Sandsteins erkennbar. Weitere Angriffe fanden nicht statt, da die protestantischen Truppen das Eintreffen von Verstärkung für Kronach erwarteten und abzogen.
Noch heute erinnert die seit 1633 jährlich stattfindende Schwedenprozession an diese Ereignisse. Eine Besonderheit der Prozession ist, dass die Frauen für ihre Tapferkeit bei der Verteidigung der Stadt den Männern voranschreiten. Für die erfolgreiche Abwehr der Angriffe wurde den Kronachern vom Bamberger Fürstbischof Melchior Otto Voit von Salzburg im Jahr 1651 ein neues Stadtwappen verliehen, das die Grausamkeit der Kampfhandlungen bezeugt: Als Schildhalter dienen zwei Männer, die ihre abgezogene Haut unter dem Arm tragen. Sie erinnern an vier Kronacher, die bei einem Ausfall am 7. Juni 1632, bei dem sie mehrere Kanonen der Belagerer durch Vernageln der Zündlöcher unbrauchbar machten, von den Schweden gefangen genommen und geschunden wurden. Aus Dankbarkeit für das neue Wappen errichteten die Kronacher Bürger 1654 eine Ehrensäule für den Bischof.
Auf die Zeit der Belagerungen geht auch der Spitzname der Kronacher als „Kroniche Housnküh“ (Kronacher Hasenkühe) zurück: Der Legende nach ließen die Kronacher als List das letzte lebende Tier, einen weiblichen Hasen, frei auf der Stadtmauer herumlaufen, um so einen großen Nahrungsvorrat in der Stadt vorzutäuschen. Die Schweden sollen daraufhin die als sinnlos erachtete Belagerung abgebrochen haben und abgezogen sein. Die „Kroniche Housnkuh“ – Feline von der Festung – ist heute das Maskottchen der Stadt.
Erneut angegriffen und belagert wurde Kronach im Siebenjährigen Krieg: Am 10. Mai 1759 näherten sich preußische Truppen unter Generalmajor Karl Gottfried von Knobloch der Stadt und lagerten auf dem östlich gelegenen Kreuzberg. Nachdem ein Angriff der Preußen auf das heute nicht mehr existierende Strauer Stadttor erfolglos blieb, sollten die Stadt und die weiter nördlich gelegene Festung Rosenberg durch Kanonenbeschuss zur Aufgabe gezwungen werden. Die eingesetzte Feldartillerie war jedoch nicht stark genug, um die Festung zu erreichen und in der Stadt selbst richteten die Geschosse nur geringe Schäden an. Im Gegenzug waren die Geschütze der Festung Rosenberg durchaus in der Lage, die preußischen Stellungen zu erreichen, sodass von Knobloch die Belagerung abbrechen ließ und mit seinen Truppen am 13. Mai in Richtung Süden weiter zog.
Mit dem Reichsdeputationshauptschluss wurde das Hochstift Bamberg 1803 zwangsweise aufgelöst und seine Territorien dem Kurfürstentum Bayern übertragen. Bereits im Jahr zuvor waren die Residenzstadt Bamberg und die beiden bambergischen Landesfestungen Forchheim und Kronach von bayerischen Truppen besetzt worden, womit der letzte Fürstbischof des Hochstifts, Christoph Franz von Buseck, de facto entmachtet war. Der eigentliche Machtübergang an Bayern erfolgte wohl in der Bevölkerung und in der Verwaltung ohne besondere Vorkommnisse. Die bisherigen Verwaltungsstrukturen wurden zunächst beibehalten und die ehemals fürstbischöflichen Beamten versahen unter dem neuen Landesherren weiter ihren Dienst.
In den folgenden Jahren verloren die einstigen fürstbischöflichen Märkte und Städte jedoch einen Großteil ihrer ehemaligen Selbstverwaltungsrechte und Privilegien, da die Verwaltung reformiert und zentralistisch ausgerichtet wurde. Kronach verlor darüber hinaus noch weitere Privilegien, die Bürgermeister und Stadtrat im Jahr 1651 von Fürstbischof Melchior Otto Voit von Salzburg zusammen mit dem neuen Stadtwappen verliehen worden waren. Auch das Dienstsiegel der Stadt musste verändert werden: Nachdem Kreisrat Felix Joseph von Lipowsky die als Schildhalter dienenden „Geschundenen Männer“ 1812 für unheraldisch und geschmacklos erklärt hatte und nur das königliche Wappen Schildhalter besitzen durfte, waren diese ab 1819 nicht mehr in den Siegeln enthalten. Ein Teil der kommunalen Selbstverwaltungsrechte wurde den Städten mit der Verfassung des Königreichs Bayern von 1818 wieder gewährt, die Privilegien für Bürgermeister und Stadtrat erhielt Kronach im Jahr 1823 zurück. Die beiden Schildhalter wurden erst 1938 wieder in das offizielle Siegel der Stadt aufgenommen.
Große Veränderungen brachte der Anschluss an Bayern für Menschen protestantischen Glaubens, die in der hochstiftischen Zeit keine Bürgerrechte in Kronach erwerben konnten: Mit einem Edikt des bayerischen Kurfürsten wurden allen Christen, gleich welcher Konfession, dieselben Rechte eingeräumt. Die ersten beiden Protestanten, die 1803 hiervon Gebrauch machten und das Bürgerrecht in Kronach erwarben, waren zwei Händler aus Kulmbach. Bis 1850 wuchs die Zahl der evangelischen Einwohner auf rund 400 an.
Auswirkungen gab es auch auf militärischem Gebiet: Die Festung Rosenberg verlor durch die neue politische Situation und durch Veränderungen in der Art der Kriegsführung mit der Abkehr von Belagerungen und der Hinwendung zum Bewegungskrieg weitgehend an Bedeutung. Lediglich aufgrund ihrer strategisch hervorragenden Lage am Rand des bayerischen Herrschaftsgebiets blieb sie zunächst als Garnisonsstandort erhalten. Bereits im Jahr 1805 wurde praktisch die komplette Ausstattung der Festung nach Würzburg überführt oder verkauft. Anfang Oktober 1806 dienten Stadt und Festung als Lager für das Heer des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte. Napoleon startete von hier aus seinen Feldzug gegen Preußen, der am 14. Oktober 1806 in die Schlacht bei Jena und Auerstedt mündete, und wollte die Festung Rosenberg im Falle eines Scheiterns seiner Angriffspläne als Deckung für den Rückzug nutzen. Nachdem die Festung in den folgenden Jahrzehnten noch mehrere Male unter Waffen gestellt worden war, wurde die Festungseigenschaft Rosenbergs am 10. Mai 1867 durch das Kriegsministerium offiziell aufgehoben. Die Stadt Kronach erwarb die zwischenzeitlich als Gefängnis genutzte Anlage am 14. Mai 1888 für 32.000 Mark und bewahrte sie so vor der Schleifung. Auch die ehemaligen Befestigungsanlagen der Stadt wurden nach dem Anschluss an Bayern nicht mehr als notwendig erachtet und in den folgenden Jahrzehnten teilweise abgebrochen oder umgenutzt.
Mit einem Stadtratsbeschluss vom 12. April 1853 wurde beim bayerischen König Maximilian II. erstmals die Bewilligung zum Bau einer Eisenbahnlinie von Hochstadt nach Gundelsdorf erbeten, mit der die Stadt Kronach an das bereits bestehende Eisenbahnnetz in Bayern angeschlossen werden sollte. Diese Genehmigung wurde nach mehreren Besuchen des Kronacher Bürgermeisters Carl Mertel in München schließlich am 27. März 1860 offiziell erteilt. Bereits in den Monaten zuvor waren verschiedene Verträge zwischen der Stadt Kronach, den königlichen Verkehrsanstalten, der königlichen Bankdirektion und Freiherr Theodor von Cramer-Klett über Finanzierung und Bau der Eisenbahnlinie geschlossen worden.
Unstimmigkeiten gab es zunächst bei der Standortwahl für den Bahnhof. Die königlichen Ministerien hatten hierfür aus strategischen Überlegungen die am Nordwestrand der heutigen Kernstadt und damals noch außerhalb des eigentlichen Stadtgebiets gelegenen Hofwiesen vorgesehen: Der Bahnhof sollte vollständig von der Festung Rosenberg aus einsehbar sein, um im Bedarfsfall ein freies Schussfeld zu haben. Am von der Stadt favorisierten Standort direkt an der Südwestseite des damaligen Stadtgebiets, dem Ziegelanger, war die Sicht von der Festung durch mehrere Gebäude der dazwischenliegenden Stadt eingeschränkt. Erst nach einem weiteren Besuch von Bürgermeister Mertel in München, wo er bei König Maximilian persönlich vorsprechen durfte, wurde die Standortwahl der Stadt genehmigt.
Der erste Personenzug erreichte die Stadt am 15. Dezember 1860, offiziell eingeweiht wurde die Strecke zwischen Hochstadt und Gundelsdorf am 20. Februar 1861. Bis zum 1. März 1863 wurde die Bahnstrecke von Gundelsdorf nach Stockheim weitergeführt, wo sich die Betreiber der Steinkohlezechen bereits in den 1840er Jahren vergeblich um einen Anschluss an das bayerische Eisenbahnnetz bemüht hatten. Am 1. Oktober 1885 erfolgte mit der Fertigstellung der Loquitztalbahn von Stockheim über Ludwigsstadt nach Probstzella der Anschluss an das bereits bestehende Streckennetz in Thüringen. Die in ihrer Gesamtheit als Frankenwaldbahn bezeichnete Strecke ist heute Teil der Hauptstrecke von München nach Berlin.
Während des Ersten Weltkriegs unterhielt die Bayerische Armee in der Festung Rosenberg ein Kriegsgefangenenlager für Offiziere. Hierfür war zunächst eine umfassende Instandsetzung der inzwischen weitgehend leerstehenden Räumlichkeiten und die Ausstattung mit neuer Einrichtung für die Unterbringung von rund 90 Gefangenen und deren Wachpersonal erforderlich. In den vier Jahren, in denen das Lager bestand, waren in der Festung insgesamt 98 französische Offiziere und 24 Soldaten, 206 russische Offiziere und 64 Soldaten, 29 englische Offiziere, sowie ein belgischer Offizier und acht Soldaten untergebracht. Neben verschiedenen Vergünstigungen hinsichtlich Quartier und Verpflegung, die die Offiziere im Vergleich zu den einfachen Mannschaftsrängen genossen, war es ihnen gestattet an Spaziergängen außerhalb der Festungsmauern teilzunehmen, wenn sie ihr Ehrenwort gaben, keinen Fluchtversuch zu unternehmen. Ein Bruch dieses Ehrenwortes wurde nach dem Militärstrafgesetz mit dem Tod bestraft. Zu den gefangenen Offizieren gehörte vom 20. Juli bis 21. November 1917 auch der französische Hauptmann Charles de Gaulle, der spätere General und Staatspräsident von Frankreich. De Gaulle gab das geforderte Ehrenwort nicht und wurde nach zwei Fluchtversuchen, für die er mit je 60 Tagen verschärftem Arrest bestraft wurde, zunächst in ein Lager in der Festung Ingolstadt und später auf die Wülzburg in der Nähe von Weißenburg in Bayern verlegt.
Begünstigt durch die Nähe zur Stadt Coburg, wo die Völkische Bewegung und die Ideologie des Nationalsozialismus bereits zu Beginn der 1920er Jahre zahlreiche Anhänger fanden, erfolgten 1923 erste offizielle Aktivitäten der Nationalsozialisten im Raum Kronach; bereits im März des Jahres soll in der Stadt eine NSDAP-Ortsgruppe gebildet worden sein. Nach der Neugründung der nach dem Hitlerputsch vom 8./9. November 1923 zeitweise verbotenen NSDAP im Februar 1925 stieg die Popularität der Partei im Kronacher Raum im Laufe des Jahres 1925 deutlich an. Am 28. Juli 1925 wurde im Rahmen einer Mitgliederversammlung der NSDAP im Gasthaus zum grünen Baum, bei der sich über 150 der anwesenden Personen spontan der Partei angeschlossen haben sollen, im Beisein von Adolf Hitler die erste nationalsozialistische Landtagsfraktion gegründet. Im September desselben Jahres folgte die Bildung der Kronacher SS, die damit zu den ältesten im Deutschen Reich gehörte. 1927 nahm der Bezirk Kronach zusammen mit Kulmbach mit je zehn Ortsgruppen hinter Coburg den zweiten Platz unter den acht oberfränkischen NS-Bezirken mit den meisten Ortsgruppen ein.
Vor allem aufgrund der aggressiven Werbe- und Propagandaaktivitäten der Kronacher NSDAP-Ortsgruppe, die häufig in Diffamierung des politischen Gegners und teilweise in Übergriffe auf Andersdenkende mündeten, konnte die Partei in der Stadt zunächst Wahlergebnisse erzielen, die teilweise deutlich über dem oberfränkischen Durchschnitt lagen. So erhielt die NSDAP etwa bei der Reichstagswahl 1928 in Kronach 16 % der Wählerstimmen gegenüber durchschnittlich 10,8 % in Gesamtoberfranken. Mit der Reichstagswahl im Juli 1932 änderte sich dies jedoch grundlegend: Während die NSDAP bei dieser und den folgenden Wahlen im oberfränkischen Durchschnitt regelmäßig Ergebnisse über 40 % erzielte, erhielt sie in der Stadt Kronach nur jeweils rund 33 % der Wählerstimmen, stellte damit aber dennoch die stärkste Partei dar. Während der gesamten Zeit blieben die absoluten Wählerzahlen der beiden großen etablierten Parteien BVP und SPD weitgehend stabil, was darauf hindeutet, dass es der NSDAP kaum gelang, deren Stammwähler abzuwerben. Stattdessen waren es wohl vor allem Wähler, die von ihrem Wahlrecht bislang keinen Gebrauch gemacht hatten und politisch Unentschlossene, die der NS-Partei ihre Stimmen gaben. Die NSDAP profitierte somit vor allem von einer hohen Wahlbeteiligung und der Not der Bevölkerung infolge der sich seit Ende der 1920er Jahre verschärfenden Weltwirtschaftskrise, die von den Nationalsozialisten für die eigenen Zwecke instrumentalisiert wurde.
Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten erfolgte in Kronach wie überall im Deutschen Reich die sogenannte „Gleichschaltung“ des öffentlichen und privaten Lebens. Im März 1933 wurden Führungspersönlichkeiten von SPD und KPD inhaftiert, später auch die der Bayernwacht, einer der BVP zugehörigen Organisation. Letztere wurden nach wenigen Tagen wieder freigelassen, die Mitglieder der linksorientierten Parteien blieben jedoch mehrere Wochen in Haft. Im Stadtrat wurden die Mitglieder anderer Parteien durch massive Behinderungen, Drohungen und Verbote von ihren Posten verdrängt und diese mit NSDAP-Mitgliedern neu besetzt; der Erste Bürgermeister, der der BVP angehörte, wurde ebenfalls seines Amtes enthoben und durch ein NS-Parteimitglied ersetzt. Mit dem „Gesetz gegen die Neubildung von Parteien“ erfolgte im Juli 1933 schließlich das Verbot aller Parteien außer der NSDAP. Örtliche Vereine und Verbände wurden mit Parteimitgliedern unterwandert und nach dem Führerprinzip neu ausgerichtet oder aufgelöst, wenn dies nicht gelang. Daneben wurden zahlreiche NS-eigene Organisationen gegründet, in denen die Mitgliedschaft mehr oder weniger verpflichtend war, um die Bevölkerung von der Kindheit an an das NS-Regime zu binden. Die regionale Presse wurde ebenfalls durch Drohungen und andere Druckmittel unter die Kontrolle der Nationalsozialisten gebracht oder – wenn dies nicht gelang – in den wirtschaftlichen Ruin getrieben. Die Durchführung der traditionellen Schwedenprozession wurde 1935 durch Fahnen- und Aufmarschverbote für verschiedene Vereine massiv behindert. Ab 1936 war Behördenvertretern die Teilnahme untersagt, 1941 wurde die Prozession komplett verboten.
Nach dem Beginn der nationalsozialistischen Diktatur wurden mehrere Straßen in Kronach umbenannt. Die heutige Amtsgerichtsstraße in der Altstadt erhielt zu Ehren Adolf Hitlers den Namen „Adolf-Hitler-Straße“. In der Straße befindet sich das sogenannte Floßherrenhaus, das ab März 1936 Sitz der NS-Kreisleitung war und von den Nationalsozialisten als „Ostmarkhaus“ bezeichnet wurde. Die am Westufer der Haßlach gelegene heutige Adolf-Kolping-Straße wurde nach Hans Schemm, Bayerischer Kultusminister und Gauleiter der Bayerischen Ostmark, in „Hans-Schemm-Straße“ umbenannt. Der direkt südlich der Altstadt gelegene Marienplatz erhielt den Namen „Hindenburgplatz“ nach dem ehemaligen Reichspräsidenten der Weimarer Republik, Paul von Hindenburg. Auf dem Platz befand sich ein „Stürmer-Kasten“, ein öffentlicher Schaukasten, in dem die antisemitische Wochenzeitung Der Stürmer ausgehängt wurde. Die Judengasse im Nordwesten der Altstadt wurde von den Nationalsozialisten aus ideologischen Gründen in „Am Storchenturm“ umbenannt.
Im Zuge des Siedlungsbauprogramms der Nationalsozialisten entstand ab 1934 auf einem Areal südlich der ehemaligen Bahnstrecke Kronach–Nordhalben, das bis dahin vor allem als Zwischenlager für Floßholz aus dem Frankenwald diente, ein neues Siedlungsgebiet. Ab 1938 folgte in unmittelbarer Nachbarschaft die sogenannte SA-Siedlung. Von 1934 bis Ende der 1930er Jahre entstand direkt westlich der Bahnstrecke Hochstadt-Marktzeuln–Probstzella eine Umgehungsstraße, die heutige Bundesstraße 85. Im Norden des Stadtgebiets erfolgte der Anschluss der Innenstadt an die Umgehungsstraße mit dem Bau der Nordbrücke über die Bahnstrecke und den Fluss Haßlach. Südlich der neuen Siedlungsgebiete wurde die Umgehungsstraße in Richtung Kulmbach und Hof mit dem Bau der Südbrücke über Bahnstrecke und Fluss geführt.
Mindestens seit dem 17. Jahrhundert waren jüdische Familien in Kronach ansässig, die zunächst zur jüdischen Landgemeinde in Friesen gehörten und wie andernorts auch diversen Einschränkungen hinsichtlich ihrer Wohnort- und Berufswahl unterlagen. Mit der Gründung des Deutschen Reichs 1871 fielen alle Einschränkungen und Diskriminierungen für die jüdische Bevölkerung weg und die Juden wurden offiziell zu gleichberechtigten Bürgern mit allen damit verbundenen Rechten und Pflichten. Viele der Landjuden nutzten die neuen Freiheiten, um in die benachbarten Städte zu ziehen, andere waren bereits ab den 1840er Jahren in die Vereinigten Staaten ausgewandert, sodass sich die jüdische Gemeinde in Friesen im Laufe der Zeit auflöste. Deshalb gründeten die Kronacher Juden im Jahr 1880 eine eigenständige Kultusgemeinde und erbauten 1883 eine Synagoge. Nachdem sich die Zahl der jüdischen Einwohner bis 1890 auf über 100 erhöht hatte, setzte zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine rückläufige Entwicklung ein, da viele Juden in die Großstädte zogen, wo sie sich bessere Verdienstmöglichkeiten erhofften.
Zu Beginn der nationalsozialistischen Diktatur im Jahr 1933 lebten noch 35 Juden in Kronach. Nachdem es bereits in den Jahren zuvor zu Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung gekommen war, schrumpfte die Zahl der Kronacher Juden nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten zusehends, da viele aus Furcht vor Verfolgung und Repressalien in größere deutsche Städte oder ins Ausland flüchteten. Der Gottesdienst in der Kronacher Synagoge konnte deshalb nur bis zum Jahr 1936 aufrechterhalten werden. Das Gebäude wurde im Februar 1938 an die Stadt verkauft, die es bis 1972 als Sanitätsdepot nutzte und im Anschluss bis 1988 als Lagerhaus verpachtete. Dadurch überstand das Bauwerk die Novemberpogrome 1938 unbeschadet, während die nach Bamberg verbrachte Ausstattung der Synagoge dort zerstört wurde. Bei den fünf verbliebenen jüdischen Familien in Kronach wurden am Morgen des 10. November 1938 von der SS „Durchsuchungen“ durchgeführt und ein Teil der Juden zeitweise in „Schutzhaft“ genommen. Ab dem 15. November durften jüdische Schüler nicht mehr die öffentlichen Schulen besuchen. In den folgenden Wochen wurden die Juden in Kronach gezwungen, Grundstücke, Häuser und Geschäfte in ihrem Besitz zu verkaufen. Weitere Repressalien und Diskriminierungen der jüdischen Bevölkerung folgten. Einem Teil der Kronacher Juden gelang Ende 1938 noch die Übersiedlung ins Ausland, der Rest wurde in den Jahren 1941/42 im Zuge von drei Transporten aus der Region Franken in die Ostgebiete deportiert, wo sie in den Konzentrationslagern von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Seit 1942 existiert in Kronach keine jüdische Kultusgemeinde mehr.
Die ehemalige Synagoge wurde im Jahr 2002 vom Aktionskreis Kronacher Synagoge restauriert; sie dient heute als Gedenkstätte und kultureller Veranstaltungsraum. Der Kronacher Stadtrat ehrte die von den Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten Juden der Stadt 1964 mit einem Gedenkstein auf dem städtischen Friedhof.
In den beiden heutigen Kronacher Stadtteilen Gundelsdorf und Knellendorf existierten von Herbst 1944 bis zum Einmarsch amerikanischer Truppen im April 1945 Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. Bei den Häftlingen handelte es sich um 100 aus dem KZ Plaszow deportierte polnische Jüdinnen und um bis zu 90 jüdische Männer unterschiedlicher Nationalität, die aus verschiedenen anderen Lagern hierher gebracht wurden. Der Großteil wurde als Zwangsarbeitskräfte im Luftwaffennachschublager in Gundelsdorf eingesetzt, rund 20 der Frauen mussten in einer Knellendorfer Firma Militäruniformen nähen. Seit 2002 erinnert ein auf Initiative der Evangelischen Jugend errichteter Gedenkstein am parallel zur Bundesstraße 85 verlaufenden Rad- und Fußweg zwischen den beiden Orten an die Außenlager.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs sollten auf der Festung Rosenberg unter der Tarnbezeichnung „GeKro“ (Gefängnis Kronach) Produktionshallen für die Herstellung von Teilen für den Düsenjäger Messerschmitt Me 163 errichtet werden. Hierfür wurden durch die Organisation Todt verschiedene Aus- und Umbaumaßnahmen vorgenommen. Die Kasematte der Bastion St. Philipp wurde mit einer Zwischendecke aus Beton versehen und in die Außenmauer eine Versorgungsöffnung gebrochen, die nach Kriegsende wieder verschlossen wurde. Die Kasematte der Bastion St. Lothar wurde ebenfalls umgebaut; zwei Kanonenschießscharten in der Außenmauer wurden verschlossen, eine dritte als Zugangsöffnung herausgebrochen. Neben diesen abgeschlossenen Arbeiten wurden diverse Vorarbeiten an der Kasematte der Contregarde Carl und im Graben zwischen der Kontergarde und dem Waffenplatz Philipp durchgeführt. Dort entstanden Stützfundamente aus Beton, die später eine Überdachung tragen sollten. Die Gräben zwischen den anderen Vorwerken der Festung und der gesamte Bereich des Äußeren Wallgrabens zwischen Contregarde Carl, Waffenplatz Philipp und Bastion St. Lothar sollten ebenfalls überdacht werden. Diese Pläne kamen bis zum Kriegsende jedoch nicht mehr zur Ausführung und die bereits vollendeten Teile der Produktionsanlagen wurden nie in Betrieb genommen, wodurch die Festung von einer gezielten Bombardierung durch die Alliierten verschont blieb.
Die Stadt Kronach selbst überstand den Zweiten Weltkrieg mangels bedeutender Industrieanlagen und aufgrund ihrer Lage abseits der Großstädte im Inneren des Deutschen Reichs relativ unbeschadet. Am 13. September 1944 wurden beim wahrscheinlich ungeplanten Abwurf der Bomben eines amerikanischen Flugzeuges, das aus einem nach Osten fliegenden Verband ausgeschert war und später bei Hildburghausen abgestürzt sein soll, Teile des Kreiskrankenhauses in der Friesener Straße zerstört. Vier der fünf Bomben schlugen auf einer unbebauten Wiese ein, die fünfte explodierte direkt neben dem Krankenhaus und zerstörte die Küche und den Operationssaal. Ab März 1945 erfolgten regelmäßig Luftangriffe auf die Stadt, bei denen am 10. April 1945 auch gezielt der Bahnhof beschossen wurde. Die Bevölkerung fand bei den Angriffen Zuflucht in den zahlreichen Kellergewölben, die praktisch den gesamten Bergsporn unterhalb der Altstadt durchziehen.
Am 6. April 1945 wurde Kronach in den Verteidigungszustand versetzt. Ein System aus vier Verteidigungsringen sollte die Stadt in den letzten Kriegstagen vor den alliierten Bodentruppen schützen. Der erste Ring hätte sich westlich der Stadt bei Gehülz und Ziegelerden befunden, der zweite am Stadtrand, den dritten Ring bildeten die mittelalterlichen Befestigungsanlagen der Oberen Stadt und den vierten die Festung Rosenberg. Da es an Arbeitskräften mangelte, wurden diese Pläne jedoch nur teilweise umgesetzt, indem die wichtigsten Zufahrtsstraßen mit improvisierten Panzersperren blockiert wurden. Zusätzlich wurden an verschiedenen Stellen Flugabwehrkanonen positioniert.
Da die Panzersperren vor der Stadt nicht geöffnet und keine weißen Fahnen gehisst worden waren, wurde Kronach am Morgen des 12. April 1945 von der 11. US-Panzerdivision der 3. US-Armee unter General Patton, die wenige Tage zuvor Coburg eingenommen hatte, angegriffen. Nach einem mehrstündigen Artilleriebeschuss, bei dem 15 Gebäude völlig zerstört und 22 weitere schwer beschädigt wurden, marschierten die US-Truppen am frühen Nachmittag des 12. April in Kronach ein und besetzten die Stadt. Entgegen den Befehlen des Kreisleiters Paul Müller und der militärischen Führung, die bereits in den Mittagsstunden aus der Stadt geflohen waren, leisteten Einwohner und verbliebene deutsche Kräfte der vorrückenden US-Infanterie keinen Widerstand. Kronach entging dadurch dem Schicksal des weiter südlich gelegenen Marktes Küps. Dort waren die US-Truppen zuvor von den Verteidigern angegriffen worden, was eine mehrere Stunden andauernde Bombardierung des Ortes zur Folge hatte.
Die Nachkriegszeit war durch die Nähe zur Innerdeutschen Grenze und die Integration einer großen Zahl von Heimatvertriebenen geprägt. So erhöhte sich die Einwohnerzahl der Stadt zwischen 1945 und 1970 von etwa 6500 auf über 10.000 Personen. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wuchs die Zahl der Stadtbewohner durch die Eingliederung von insgesamt 13 bis dahin selbstständigen Gemeinden bis zum Jahr 1978 auf etwa 18.500 Personen an. Seit den 1990er Jahren ist die Einwohnerzahl rückläufig; am 31. Dezember 2013 hatte Kronach knapp 16.900 Einwohner.
Am 7. August 1955 übernahm Kronach die Patenschaft für die ehemaligen Bewohner der sudetendeutschen Stadt und des Heimatkreises Podersam, die aus ihrer Heimat vertrieben worden waren. In einer Urkunde wurde den Podersamer Vertriebenen Kronach als „zweite Heimat und Hauptort der Pflege und Wahrung heimatlicher Überlieferung und Kultur“ garantiert. Weiterhin unterhält Kronach Städtepartnerschaften mit drei europäischen Städten und Gemeinden. Die erste Partnerschaft wurde am 31. August 1990 mit der Stadt Hennebont in Frankreich geschlossen, zweite Partnerstadt wurde am 22. Oktober 1994 Kiskunhalas in Ungarn. Die dritte Partnerschaft mit der Gemeinde Rhodt unter Rietburg in Deutschland wurde im Jahr 2001 offiziell beurkundet; die Beziehungen zwischen den beiden Orten bestehen jedoch bereits seit dem Jahr 1951.
In jüngerer Zeit ermöglichten die Vorbereitungen der Landesgartenschau 2002 die Beseitigung von Bau- und Umweltsünden in einem in den zurückliegenden Jahrzehnten als Gewerbegebiet genutzten Areal; heute dient das Gelände als stadtnahes Erholungsgebiet.

Ervin Paul Hexner

Ervin Paul Hexner (auch Erwin Paul Hexner; * 13. August 1893 in Liptovský Mikuláš; † 15. Mai 1968 in Danville, Pennsylvania) war ein amerikanischer Rechts-, Wirtschafts- und Politikwissenschaftler. Er entstammte einer karpatendeutschen Familie in der Slowakei, die nach dem Ersten Weltkrieg ab 1918 zur neu gegründeten Tschechoslowakei gehörte.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften arbeitete Ervin Hexner seit Mitte der 1920er Jahre als Jurist mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsrecht und wurde bald zum Experten für industrielle Kartelle. Er veröffentlichte in den 1920er und 1930er Jahren auf Deutsch, nur wenig auf Tschechisch. Von 1931 bis 1939 war er Dozent in Preßburg; ansonsten fungierte Hexner ein Vertreter der tschechoslowakischen Regierung beim Internationalen Stahlkartell. 1939 emigrierte er in die Vereinigten Staaten, betätigte sich dort zunächst erneut als Jurist, reüssierte dann aber als Fachmann für internationale Wirtschaftsbeziehungen, und zwar zunächst für internationale Wirtschaftskartelle, dann für internationale zwischenstaatliche Organisationen. Er wurde vor allem durch sein Buch über das Internationale Stahlkartell bekannt, das zwischen 1943 und 1976 mehrere Auflagen erfuhr, wie auch etwas später durch sein Werk über ‚International Cartels‘, das zwischen 1945 und 1971 ebenfalls mehrmals nachgedruckt wurde.
Im Juli 1944 nahm Hexner an der Konferenz von Bretton Woods, auf welcher der Internationale Währungsfonds (IMF) gegründet wurde, als Delegierter der tschechoslowakischen Exilregierung teil. Zwischen 1946 und 1958 war er ‚Senior Counselor‘ und ‚Assistant General Counsel‘ beim IWF. In den 1940er Jahren war Hexner Professor für Ökonomie und Politik an der University of North Carolina, Anfang der 1960er Jahre bis zu seiner Emeritierung Professor an der Pennsylvania State University.